Behandlung von Metastasen (operativ, interventionell, Chemotherapie)

               

 

Leider kommt es beim Kolon- und Rektumkarzinom immer wieder zum Befall anderer Organe (Metastasierung). Bevorzugt zu nennen sind hier Leber, Lunge, Bauchfell und Knochen. Aber auch andere Organe können in Ausnahmefällen betroffen sein. Werden Metastasen festgestellt, bedeutet das nicht mehr das Ende der Behandlungsmöglichkeiten. Neben der fast immer möglichen und notwendigen Chmotherapie bietet heute eine Vielzahl neuer Therapieverfahren gute Ansätze zur Behandlung und Heilung von metastasierten Erkrankungen.

 

                

Lebermetastasen:

Sind Lebermetastasen auf eine Leberhälfte beschränkt, können sie operativ entfernt werden. Hierzu muss der Patient allerdings in guter körperlicher Verfassung sein. Sind die Metastasen auf beide Leberhälften verteilt oder kann dem Patient keine Leberteilentfernung zugemutet werden, bietet sich das Verfahren der Thermoablation an, bei dem die Metastasen mit Hitze (erzeugt durch Strom oder Laser) aus der Leber herausgebrannt werden. Dabei geht weniger gesundes Lebergewebe verloren als bei der Leberresektion, das Risiko für ein Wiederauftreten der Metastasen ist allerdings auch etwas größer.

 

 

Lungenmetastasen:

Auch Lungenmetastasen können operativ oder durch Thermoablation entfernt werden. Da die Lunge sich im Gegensatz zur Leber in ihrer Funktion nach einer Operation nicht so gut regeneriert, muß die Planung für das Ausmaß der Operation besonders sorgfältig erfolgen. In einzelnen Fällen bei ansonsten gesundem Patienten und nicht vorerkrankter Lunge können bis zu 25 Metastasen entfernt werden.

 

          

Knochenmetastasen:

Knochenmetastasen des kolorektalen Karzinoms werden in der Regel mittels Chemotherapie und/oder Strahlentherapie behandelt. Nur in Ausnahmefällen (drohender Knochenbruch, ausschliesslicher Befall eines einzigen, gut zugänglichen Knochenbereichs) kommen operative Verfahren (prophylaktische Stabilisierung, Knochenresektion) zum Einsatz.

 

Peritonealkarzinose (Bauchfellbefall):

Lange Jahre konnte eine Peritonealkarzinose nur mittels Chemotherapie behandelt werden. seit einigen Jahren kommt für ausgewählte Fälle nun ein neues Verfahren (Peritonektomie mit HIPEC) zum Einsatz. Hier wird in einer aufwändigen Operation das Bauchfell möglichst komplett entfernt und der Bauchraum dann während der Operation mit einem auf ungefähr 42° C erwärmten Chemotherapiemedikament geflutet. Dadurch kann bei einem Teil der Patienten eine Heilung erreicht werden.